CAD-Konstruktion
Was kostet eine CAD-Konstruktion?
Veröffentlicht am 22. Juni 2026 · ca. 6 Min. Lesezeit
CAD-Konstruktion ist der erste Schritt jedes Hardware-Projekts. Aber was kostet das wirklich? Die Antwort hängt von Umfang, Komplexität und dem gewählten Modell ab. In diesem Artikel geben wir Ihnen transparente Richtwerte, mit denen Sie Ihr Projekt kalkulieren können.
Drei Preismodelle im Vergleich
Es gibt grundsätzlich drei Wege, eine CAD-Konstruktion beauftragen – jeder mit eigenen Vor- und Nachteilen:
- Freelancer (Stundenbasis) – 80–150 €/h, flexibel bei der Kapazität, aber schwer kalkulierbar im Gesamtbudget
- Agentur (Projektpauschale) – 5.000–50.000 € pro Projekt, planbar in der Kostenstruktur, aber oft über dem Marktdurchschnitt
- Retainer (monatlich) – z. B. 5.000 €/Monat, kontinuierliche Kapazität ohne Vertragsverlängerung pro Aufgabe
Was den Preis beeinflusst
Kein CAD-Projekt gleicht dem anderen. Diese fünf Faktoren bestimmen maßgeblich den Aufwand und damit die Kosten:
- Teilekomplexität – Ein einfaches Gehäuse ist schneller konstruiert als ein mechanisches Bauteil mit Elektronik-Integration
- Anzahl der Teile – Ein Einzelteil vs. eine Baugruppe mit 50+ Teilen macht einen erheblichen Unterschied
- DFM-Anforderungen – Nur das CAD-Modell, oder bereits fertigungsreif mit Werkzeugdaten?
- Revisionszyklen – Wie viele Iterationen sind nötig, bis das Design steht?
- Dokumentation – 2D-Zeichnungen, Stücklisten, Spezifikationen – alles Zusatzaufwand
Typische Kostenrahmen
Basierend auf Erfahrungswerten aus Dutzenden Hardware-Projekten können Sie mit folgenden Spannen rechnen:
- Einzelteil (einfaches Gehäuse): 1.500 – 4.000 €
- Baugruppe (5–15 Teile): 5.000 – 15.000 €
- Komplett-Produkt (Gehäuse + Mechanik + Elektronik-Integration): 15.000 – 50.000+ €
Diese Rahmen beinhalten in der Regel die 3D-Konstruktion, DFM-Prüfung und eine erste Revision. Erweiterungen, Dokumentation und Werkzeugdaten kommen separat dazu.
Freelancer vs. Retainer – was lohnt sich wann?
Die richtige Zusammenarbeitsform hängt von Ihrem Bedarf ab:
- Freelancer: Ideal für Einzelprojekte und einmaligen Bedarf – ein definiertes Teil, eine klare Aufgabe
- Retainer: Für laufende Entwicklung, insbesondere Hardware-Startups in der Wachstumsphase, die kontinuierlich neue Bauteile und Revisionen benötigen
Tipp: Ein Retainer kostet mehr pro Monat, aber weniger pro Jahr, wenn Sie kontinuierlich entwickeln. Statt jedes Mal einen neuen Freelancer briefen zu müssen, haben Sie einen festen Ansprechpartner, der Ihr Produkt kennt.
DFM-Kosten sparen
Ein oft unterschätzter Hebel: Design for Manufacturing (DFM). Wenn die Fertigungsreife von Anfang an berücksichtigt wird, spart das erhebliche Folgekosten.
- Eine DFM-Prüfung ab dem ersten CAD-Modell spart 30–60 % der späteren Werkzeugänderungen
- Ein DFM-Audit (ca. 1.200 €) kann tausende Euro an Nacharbeit vermeiden – besonders vor dem Werkzeugbau
DFM ist kein Zusatz, sondern ein integraler Bestandteil einer professionellen CAD-Konstruktion.

Anton Steenken
B.Eng. · Hardware R&D Engineer · Gründer von engineer your idea
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